Volle Lotte! Denn du bist mein Verein.

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0:0! Clarholz macht Sportfreunden das Leben schwer

Beim einzigen Oberliga-Duell des Samstags kommen die Sportfreunde Lotte gegen Victoria Clarholz am Ende nicht über eine torlose Punkteteilung hinaus. Dabei verpassten es unsere Blau-Weißen insbesondere im ersten Spielabschnitt, früh die Weichen in Richtung dritten Heimsieg zu stellen. Gegen den unangenehm zu bespielenden Gegner aus dem Kreis Gütersloh gelang zumindest das erste „zu Null“.

Lotte verpasst wichtiges Führungstor

Es war zunächst das Bild, welches man in dieser noch jungen Spielzeit bereits häufiger beobachten konnte. Der Gast aus der ostwestfälischen Gemeinde Herzebrock-Clarholz überließ den Sportfreunden in der Anfangsphase zumeist das Spielgerät und lauerte eher auf geeignete Umschaltmomente.

So gingen erste Gelegenheiten auf das Konto der Lübbers-Elf. Das in die Startelf gerückte Talent Berkan Ersoy wusste durch erfolgreicher Balleroberung vor dem gegnerischen Sechzehner zu gefallen, bevor Angelos Kerasidis mit feinem Abschluss nur knapp eine frühe Führung verpasste (7.). Gleich doppelt scheiterten kurz darauf Fatlum Elezi an Torwart Luis Ackermann sowie Nao Oriyama per anschließendem Abstauber (10.).

„Alu“-Pech!

Lottes Druck nahm zu. Spätestens Dario Bezerra-Ehrets gefühlvoller Kracher ans obere Torgestänge hätte eigentlich einen Treffer verdient gehabt (17.). Im direkten Gegenzug verzeichnete dann auch die Victoria ihren ersten Abschluss, doch der flache Versuch von Clarholz-Angreifer Andre Warkentin war für Michael Luyambula kein größeres Problem (18.).

Der Widersacher, welcher zum ersten Mal überhaupt am Lotter Kreuz gastierte, legte über weite Strecken einen durchaus cleveren Auftritt hin und erwies sich mehr und mehr als unangenehmer Kontrahent. Bei Nao Oriyamas feinem Chip in Richtung Elezi war Ackermann den entscheidenden Tick eher am Ball (24.).

Indirekter Freistoß Richtung Niedersachsen

Etwas kurios und zunächst undurchsichtig für viele der 442 anwesenden Zuschauer war jener Rückpass, den Keeper Luis Ackermann mit der Hand aufnahm. Die Folge: indirekter Freistoß aus 13 Metern! SFL-Kapitän Simon Schubert nahm sich der Sache an, zielte allerdings eher in Richtung der nahegelegenen niedersächsischen Grenze (34.). 

Mit fortlaufender Spieldauer wurde allerdings ebenso auch die Begegnung ein wenig ruppiger, sodass sich kurze Unterbrechungen nach und nach summierten. Das spielte den Gästen natürlich nicht gerade schlecht in die Karten. Clarholz wurde mutiger und hielt Lotte immer mehr vom eigenen Gehäuse weg. Der gut postierte Linus Kahraman hatte gar das 0:1 auf dem Fuß, blieb aber nicht kaltschnäuzig genug (36.).

Clarholz gewinnt an Sicherheit

Auch im zweiten Durchgang sollte es keinen Deut leichter werden. Bei Victoria Clarholz schien der Glaube an etwas Zählbares immer weiter zu wachsen. Erst recht nachdem Berkan Ersoy (46. links vorbei) sowie Nils da Costa Pereira (49. Kopfball ans Aluminium) abermals das fällige Führungstor verpassten.

Zwar blieben die Sportfreunde tendenziell das aktivere Team, doch fehlte es nach dem Seitenwechsel überwiegend an Genauigkeit und größeren Ideen, die unangenehm zu bespielende Elf des 31-jährigen Coaches Christopher Hankemeier in Verlegenheit zu bringen. Im Gegenteil: Die Victoria erhöhte den Mut. Dennis Hesse zielte zu hoch (68.), während Michael Luyambula gleich mehrfach eingreifen musste (55./71./78.). 

Dieses Mal kein „Lucky-Punch“

Einen Standardtreffer hatte sich SFL-Trainer Fabian Lübbers im Vorfeld gewünscht und hätte einen solchen beinahe noch bejubeln dürfen: Fatlum Elezi legte einen Freistoß von rechts überlegt auf Dario Bezerra-Ehret ins Zentrum ab, dessen Abschluss dann allerdings die nötige Power fehlte (82.). Der eingewechselte Leon Gino Schmidt vergab kurz vor Spielende noch die letzte aussichtsreiche Möglichkeit (87.).

Das sollte es gewesen sein. Mit Victoria Clarholz gastierte am Samstagabend der wohl bislang stärkste Widersacher am Lotter Kreuz. Dennoch hatte die Lübbers-Elf vor allem in der Anfangsphase beste Torgelegenheiten, welche früh ein Zeichen hätten setzen können. Weiter geht es am kommenden Sonntag (25. September, 16 Uhr) beim TuS Erndtebrück.

(Text: Tobias Wehrmeier I Foto: Rolf Grundke)