Volle Lotte! Denn du bist mein Verein.

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1:4-Niederlage in Bocholt - SFL verlieren zu schnell den Faden

Das Ende der “Englischen Woche” endete für die Sportfreunde Lotte am Bocholter Hünting in einem mittelschweren Desaster. Konnten die Blau-Weißen vor 1786 Zuschauern über 25 Spielminuten noch einigermaßen überzeugen, hatten sie anschließend spielfreudigen Hausherren kaum etwas entgegenzusetzen. Kurioser Begleiter der 1:4 (0:2)-Auswärtsniederlage waren außerdem die gleich drei (!) verschuldeten Foulelfmeter der SFL-Defensive. Förmlich “Glück im Unglück” hatte Lotte schließlich, dass es am Ende nicht mehr als vier Gegentreffer wurden.

SFL provozieren gegnerische Fehler, bestrafen diese aber nicht

Sportfreunde-Trainer Fabian Lübbers nahm im Anschluss an das 0:0 unter der Woche bei den Sportfreunden aus Siegen lediglich zwei Änderungen vor. Shkrep Stublla und Leon Demaj durften am Hünting von Beginn an ran und ersetzten Diamant Berisha sowie Moussa Doumbouya in der Lotter Startelf.

Anders als zuletzt im Siegerland, lebte das Duell diesmal früh von kleineren Abschlussmöglichkeiten. Bocholt stellte SFL-Keeper Laurenz Beckemeyer mit den Versuchen seitens Jonas Carls (2.) oder Arnold Budimbu (11.) aber vor keine großen Probleme. Für die Sportfreunde probierten sich Leon Demaj (4.), Nazzareno Ciccarelli (5./16.) sowie Shkrep Stublla (14./15.). Zwar fehlte noch die letzte Zielstrebigkeit, doch grundsätzlich konnten unsere Blau-Weißen vorerst durchaus an ihren ordentlichen Auftritt unter der Woche anknüpfen. Sie zwangen das Heimteam praktisch mehrfach zu Fehlern im Spielaufbau, konnten diese allerdings nicht eiskalt bestrafen.

Bocholt wird stärker und geht prompt in Führung

Belohnte sich die Lübbers-Elf für ihr Engagement nicht mit dem so wichtigen Tor, kam nach einer halben Stunde auch der 1. FC Bocholt besser rein ins Geschehen. Kaum kippte das Aufeinandertreffen leicht zu Gunsten der Gastgeber, schon stand es 1:0! Johannes Dörfler setzte sich über außen stark gegen Luca Kerkemeyer durch, der mustergültig Marvin Lorch im Zentrum bediente. Lorch brauchte bloß noch einzuschieben (32.). Ein typischer Wirkungstreffer. Während die SFL plötzlich extrem verunsichert auftraten, gewann die Mannschaft vom Hünting immer mehr an Sicherheit. Dörfler steckte durch auf Ex-Sportfreund Stipe Batarilo, doch dieser zielte rechts am Tor vorbei (36.). 

Trotzdem rannte Lotte auf einmal der Musik eher hinterher… Noch schlimmer: Fabian Rüth brachte Batarilo regelwidrig im Sechzehner zu Fall – Elfmeter Bocholt! Arnold Budimbu verlud Beckemeyer ganz gekonnt und stellte auf 2:0 für die Elf von Trainer Christopher Schorch (41.). Bitter insofern für Lotte, weil sie das Geschehen eigentlich lange im Griff zu haben schienen.

Kurze Hoffnung eiskalt zerstört

Zur Pause reagierte Fabian Lübbers mit einem Dreifach-Wechsel. Für Dino Bajric, Nazzareno Ciccarelli sowie Isaak Nwachukwu standen fortan Ben Klefisch, Samuel Addai und Marc Heider auf dem Feld. Tatsächlich kamen unsere Blau-Weißen auch durchaus entschlossen aus der Kabine, aber dieser Effekt sollte nicht allzu lange anhalten. Zwar ließ das Heimteam die SFL jetzt ein wenig machen, stand dabei allerdings stets kompakt. Wie auch immer: Der ordentliche Auftritt aus den ersten 25 Minuten war völlig verpufft! Im Übrigen legte genau dann, als das Duell endgültig abzuflachen drohte, FCB-Kapitän Jan Holldack eine sehenswerte Einzelleistung hin. Holldack verarbeitete das lange Zuspiel von Innenverteidiger Julian Riedel nahezu perfekt, ließ dann außerdem noch Fabian Rüth aussteigen und vollendete ganz cool zum 3:0 – (64.).

Das ganz kleine Lotter Lebenszeichen – Franko Uzelac köpfte nach Ecke zum zwischenzeitlichen 1:3 ein (75.) – änderte am Ausgang des Spiels ebenso nichts mehr. Im Gegenteil. So schien eher Bocholt den kurzen “Wachmacher” für eine eigene Schlussoffensive zu nutzen. Ben Klefisch riss Offensivmann Patrick Kurzen praktisch völlig ohne Not im SFL-Sechzehner um, sodass Schiedsrichter Ivan Mrkalj gar keine andere Wahl blieb, als den zweiten Elfmeter des Tages zu geben. Erneut verwandelte Budimbu – 4:1 (78.). Die Hausherren entwickelten spät noch einmal mächtig Gefallen an diesem Samstagnachmittag und hätten alleine durch den eingewechselten Angreifer Aaron Bayakala gleich mehrfach erhöhen können (81./82./84.).

Beckemeyer und Aluminium verhindern höhere Niederlage

Dass die Sportfreunde Lotte mit dem 1:4-Rückstand aus ihrer Sicht noch bestens bedient waren, dürfte im Grunde vieles über einen völlig verkorksten Nachmittag aussagen. Es wollte aber auch nicht aufhören: Jonas Kehl legte Marvin Lorch im Sechzehner und es setzte den dritten (!) Bocholter Strafstoß. Diesmal trat allerdings nicht mehr Budimbu, sondern Nicolas Hirschberger an. Beckemeyer konnte sich jedoch zumindest bei diesem Elfmeter auszeichnen und verhinderte mit bärenstarker Reaktion zum wiederholten Male das fünfte, sechste oder gar siebte Gegentor an diesem 9. Spieltag der Regionalliga West (86.).

Da Luca Kerkemeyers Kopfball kurz vor Schluss von der eigenen Querlatte “gerettet” wurde, blieb es beim 1:4. Die SFL waren über 25 Minuten das bessere Team am Hünting, konnten etwaige Bocholter Ungenauigkeiten zu diesem Zeitpunkt aber nie ernsthaft bestrafen. Anschließend übernahm der FCB komplett das Ruder und belohnte sich gleich doppelt vor der Pause. Am Ende entgingen unsere Blau-Weißen schließlich mehrfach einer noch übleren Niederlage.

Statistiken zur Begegnung

1. FC Bocholt: Fox – Riedel, Mensah, Carls, Hanke – Holldack (73. Bayakala), Dörfler (67. Kurzen), Hirschberger – Batarilo, Budimbu (86. Amedick), Lorch

Sportfreunde Lotte: Beckemeyer – Kerkemeyer, Rüth, Uzelac, Kehl – Bajric (46. Klefisch), Krasniqi – Nwachukwu (46. Heider), Ciccarelli (46. Addai), Stublla (61. Horn) – Demaj (66. Doumbouya)

 

Tore: 1:0 Lorch (32.), 2:0 Budimbu (41./Foulelfmeter), 3:0 Holldack (64.), 3:1 Uzelac (75.), 4:1 Budimbu (78./Foulelfmeter)

Bes. Vorkommnis: Hirschberger (Bocholt) scheitert mit Foulelfmeter an Beckemeyer (86.).

 

Schiedsrichter: Ivan Mrkalj (Buchheim)

Zuschauer: 1786

 

Nächstes Spiel: Zuhause (Sa, 27. September, 14 Uhr) gegen den Wuppertaler SV.

 

(Bericht: Tobias Wehrmeier I Foto: Rolf Grundke)