Die Sportfreunde Lotte haben das Nachholduell gegen den SV Rödinghausen klar für sich entschieden. Beim 3:0 (1:0)-Heimsieg am Freitagabend funktionierte vielleicht nicht immer alles, doch dafür nutzte Lotte seine Chancen in einer highlightarmen Partie eiskalt. Wenngleich die abstiegsbedrohten Gäste unseren Blau-Weißen streng genommen auch viel zu wenig entgegenzusetzen hatten. Leon Demaj schnürte den Doppelpack, Max Ritter traf zur zwischenzeitlichen Vorentscheidung. Damit festigen die Sportfreunde Rang neun und distanzieren sich wohl endgültig von unteren Tabellenregionen.
Ganze drei Änderungen nahm SFL-Trainer Fabian Lübbers für das „Nachbarschaftsduell“ im Vergleich zum torlosen Remis beim Wuppertaler SV vor. So rückten Fabian Rüth, Kaan Kurt und Jonas Kehl zurück ins Lotter Anfangsaufgebot, während Marius Zentler sowie Diamant Berisha zunächst draußen blieben. Jonathan Riemer gehörte nicht zum Spieltagskader.
Ein paar Minuten benötigten unsere Blau-Weißen, bis sie so langsam aber sicher erstmals das Ruder an diesem Abend übernahmen. Leon Demaj erkämpfte am Strafraum stark die Kugel, überließ geschickt für Max Ritter, aber dieser konnte den lauernden Ben Klefisch per Hereingabe ins Zentrum nicht erreichen (5.). Ansonsten war das über weite Strecken definitiv nicht immer Fußball-Feinkost, doch das dürfte in einem bekanntlich umkämpften Lokalderby auch nicht zwingend erwartbar gewesen sein. Dennoch war der Demaj-Abschluss nach etwas mehr als einer Viertelstunde richtig sehenswert! Lottes erfolgreichster Torjäger marschierte einige Meter durch die Mitte, keiner griff den 28-jährigen so richtig an, bevor dieser sich aus zentraler Position einfach mal ein Herz fasste und ins rechte untere Eck traf – 1:0 Lotte (18.).
Großartig viel zu berichten gab es danach lange Zeit nicht. Ernsthafte Torgelegenheiten blieben ohnehin Mangelware und ebenso darüber hinaus fehlte dem Duell Tempo und letzte Zielstrebigkeit. Viel mehr bestimmten hohe Bälle das Geschehen. Lotte fühlte sich mit der eigenen Führung im Rücken einigermaßen wohl, alle Bemühungen des SVR hingegen waren viel zu harmlos, um die SFL-Defensive in Bedrängnis zu bringen. Kurz vor der Pause hätte sich Lotte dann beinahe selbst unnötig in Schwierigkeiten gebracht, Keeper Luca Böggemann und Louis Hiepen bereinigten einen individuellen Fehler in höchster Not (43.).
Das war allerdings auch schon alles, was Durchgang eins an echten Highlights zu bieten hatte. Ohne personelle Wechsel kam das Lübbers-Team aus der Kabine, während der Kontrahent aus dem Wiehengebirge für Innenverteidiger Tim Corsten mit Simon Breuer einen offensiven Mittelfeldspieler brachte. Die Marschrichtung der Gäste dürfte fortan also klar, aber auch nicht allzu überraschend gewesen sein. Eben jener Breuer prüfte bereits nach wenigen Minuten Böggemann, der mit dem Versuch des frischen Akteurs allerdings keinerlei Mühe hatte (50.).
Lotte wirkte hinten insgesamt stabil, doch den Gästen fehlten zumindest am heutigen Tag die Mittel, um kleinere Fehler dann auch mal auszunutzen. Auf der anderen Seite schloss der Ex-Rödinghausener Luca Horn ebenfalls zu ungefährlich ab (59.). Etwas brisanter war eher die nächste Szene: Leon Demaj ließ im Sechzehner gleich mehrere Gegenspieler stehen und bewies das kluge Auge für Jonas Kehl, dessen Schuss geblockt wurde (60.).
So blieb das Aufeinandertreffen ob des knappen Spielstands weiter eng. Das aber nicht mehr lange: Fabian Rüth glänzte per weitem Einwurf in den Strafraum, Louis Hiepen verlängerte per Kopf, bevor Max Ritter seinen eigenen Kopfball aus zwölf Metern perfekt im Eck platzierte – 2:0 (61.).
Das Ding schien nun im Grunde in trockenen Tüchern gewesen zu sein, da verbuchte der SVR plötzlich seinen einzig echten Hochkaräter des Abends! Manuell Reutter brachte den Ball von rechts nach innen, wo der bis dato erfolgreichste Regionalliga-Torjäger Eduard Probst haarscharf links vorbeizielte (67.). Es sollte aus Sicht der Gäste die letzte gefährliche Aktion bleiben.
Effizient präsentierten sich im Nachholduell des 19. Spieltags tatsächlich nur unsere Blau-Weißen, die spätestens jetzt endgültig alles unter Kontrolle hatten. Sogar das 3:0 sollte noch fallen, weil Kaan Kurt’s Schussversuch von SVR-Innenverteidiger Maximilian Hippe mit der Hand gestoppt wurde. Leon Demaj verwandelte den folgenden Elfmeter sicher, stellte auf 14 Saisontreffer und zog damit mit Rödinghausens Eduard Probst sowie Yassin Ben Balla von der U23 des FC Schalke 04 gleich (79.). Erfreulich war zudem das Comeback Leonel Brodersens, der sich vor knapp einem Jahr im Westfalenpokal-Halbfinale schwer verletzte. Damaliger Gegner: der SV Rödinghausen.
Die Sportfreunde Lotte behielten im „Nachbarschaftsduell“ schließlich mit 3:0 die Oberhand, obwohl zum Schluss gar noch weitere Treffer möglich gewesen wären. Dadurch schraubt das Lübbers-Team ihr eigenes Punktekonto auf 36 Zähler hoch und festigt somit vorerst Platz neun im Tabellenmittelfeld. Während der SVR weiter tief im Regionalliga-Abstiegskampf bleibt, dürfte sich Lotte von der kritischen Zone endgültig entfernt haben.
Sportfreunde Lotte: Böggemann – Rüth, Hiepen, Milic – Kurt, Horn (83. Wiegel), Krasniqi, Klefisch (56. Berisha), Kehl (88. Brodersen) – Ritter (88. Zentler) – Demaj (83. Kerkemeyer)
SV Rödinghausen: Gorka – Gresler, Hippe, Miftaraj, Corsten (46. Breuer), Reutter – Chato (72. Schwermann), Firmino Dantas, Rohlfing (72. Ezekwem), Bauer – Probst
Tore: 1:0 Demaj (18.), 2:0 Ritter (61.), 3:0 Demaj (79./Handelfmeter)
Schiedsrichter: Lutz Meyersieck (Erkelenz)
Zuschauer: 891
Nächstes Spiel: Zuhause (Sa, 4. April, 14 Uhr) gegen den VfL Bochum II.
(Bericht: Tobias Wehrmeier I Foto: Sarah Wick)