Volle Lotte! Denn du bist mein Verein.

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Finale! Sportfreunde setzen sich im Elfer-Krimi durch

Die Sportfreunde Lotte stehen im Endspiel des Krombacher-Westfalenpokals! Dabei brauchte es am Ende tatsächlich das Elfmeterschießen, in dem unsere Blau-Weißen nach zuvor torlosen neunzig Minuten mit 5:4 siegreich waren. 1235 Zuschauer im Häcker Wiehenstadion sahen das erwartet enge Halbfinale. Wenig Chancen, nicht immer das volle Risiko sowie einige kleinere Fehler. Vereinzelte Nadelstiche konnte keines der beiden Teams für sich nutzen. Schließlich avancierte SFL-Keeper Laurenz Beckemeyer später dank drei gehaltener Elfmeter zum Matchwinner.

Überschattet wurde das Duell allerdings bereits früh von einer schweren Verletzung. Leonel Brodersen musste in der fünften Spielminute vom Feld getragen werden und kam umgehend ins Krankenhaus.

Enges Duell am Wiehen – Brodersen muss verletzt runter

Gegenüber dem spektakulären 4:3-Gastspielerfolg beim 1. FC Bocholt nahm Trainer Fabian Lübbers im Pokal zwei Änderungen vor. Jan Wellers lief zunächst anstelle von Samuel Owusu Addai auf, außerdem rückte Laurenz Beckemeyer für Steffen Westphal zwischen die Pfosten. Schnell zeichnete sich das bereits im Vorfeld ungefähr erwartete Aufeinandertreffen zweier Regionalliga-Teams auf Augenhöhe ab. So fuhren beide Widersacher erstmal nicht das ganz hohe Tempo in Sachen Offensive, sondern arbeiteten sich eher nach und nach besser ins Geschehen hinein.

Stattdessen musste die Begegnung unfreiwillig rund sechs Minuten unterbrochen werden. Der Grund war wahrlich kein schöner: In einem Zweikampf mit Rödinghausens Patrick Kurzen verletzte sich Lottes Leonel Brodersen so schwer, dass dieser noch auf dem Rasen behandelt und sofort in die Klinik gefahren werden musste. Nico Lübke kam von der Bank.

Viel Kampf, wenig Highlights – Wiegel verpasst Lotter Führung

Im Anschluss mieden sowohl Rödinghausen als auch die Sportfreunde weiter das letzte Risiko. Echte Hochkaräter gab es in Durchgang eins eigentlich nur zwei: Ein leicht verunglückter Kopfball von Jan Wellers führte unfreiwillig zur indirekten Vorlage für Abdul Fesenmeyer, dessen Abschluss haarscharf den langen Pfosten verfehlte (34.). Ebenso hatten unsere Blau-Weißen kurz vor der Pause die große Gelegenheit zur Führung: Thomas Kok schlug das Leder einfach mal hoch und weit hinter die Abwehrkette, wo auf einmal Andi Wiegel auftauchte und vor SVR-Schlussmann Karl Albers das Nachsehen hatte (45.).

Der zweite Spielabschnitt begann deutlich erfrischender als der Erste. Die Lübbers-Elf spielte fortan merklich zielstrebiger und kam schnell zu einer weiteren guten Gelegenheit: Kapitän Fatlum Elezi probierte es zentral aus der Entfernung, dessen Schuss tückisch abgefälscht wurde, bevor dieser an die Latte klatschte (51.). In jener Phase beschäftigte Lotte die SVR-Defensive ganz ordentlich. Doch auch das Heimteam, angetrieben von Interimstrainer Jan Stromberg, wurde wenig später zwingender. Patrick Kurzen bediente Mattis Rohlfing, der vor dem hochaufmerksamen Laurenz Beckemeyer scheiterte (63.). Gleichermaßen packte der Keeper gegen einen Engelmann-Versuch sicher zu (70.).

Hektische Schlussphase – Beckemeyer wird zum Helden

Das Spiel war am heutigen Abend – auch aufgrund durchaus hoher Fehlerquote – zwar nichts für echte Fußball-Feinschmecker, aber dennoch blieb es zu jedem Zeitpunkt enorm spannend. Philip Fontein sowie Marc Heider zielten mit ihren Abschlüssen aus der Distanz vorbei (71./75.), danach kreierte der SV Rödinghausen die Top-Chance zum 1:0 : Simon Engelmann legte auf den frisch eingewechselten Ayodele Adetula zurück, der den Ball – glücklicherweise aus Lotter Sicht – nicht perfekt traf. Ebenfalls rechts vorbei (76.). Ähnlich wie Adetulas Freistoß rund zehn Minuten später (87.).

In besagter Phase hatte Lotte ein wenig Probleme. Auch im Passspiel wurde jetzt zu häufig der falsche Adressat gewählt. Dadurch, dass allerdings defensiv ebenfalls nicht weiter groß etwas anbrannte, gehörte den SFL tatsächlich noch das dicke Ding auf den möglichen „Lucky Punch“! Marc Heider spritzte in einen potenziell langen Schlag von SVR-Innenverteidiger Maximilian Hippe, sodass das Spielgerät unmittelbar Mats Facklam vor die Füße fiel. Torwart Albers sowie Tim Corsten bereinigten die Szene in allerhöchster Not (90.). Zum Abschluss sah außerdem Linksverteidiger Jonathan Riemer noch die Ampelkarte (90+2).

Doch das Überzahlspiel nützte Lotte nicht mehr viel – es ging torlos ins Elfmeterschießen. Dabei avancierte Keeper Laurenz Beckemeyer dann tatsächlich zum Helden, der ganze drei Elfer parierte! Die Sportfreunde siegten 5:4 (genaue Übersicht unten), ziehen ins Finale gegen Arminia Bielefeld ein und sind der erneuten DFB-Pokal-Teilnahme nun ganz nah.

Statistiken zur Begegnung

SV Rödinghausen: Albers – Corsten, Hippe, Riemer – Chato, Rohlfing (84. Bajric), Hoch (46. Wiethaup), Ndure, Kurzen (90. Seaton) – Fesenmeyer (61. Adetula), Engelmann (78. Benjamins)

Sportfreunde Lotte: Beckemeyer – Brodersen (11. Lübke), Mensah, Kok, Wiegel (65. Milic) – Wellers (46. Demaj), Elezi, Fontein (72. Addai) – Krasniqi – Nyuydine (87. Facklam), Heider

 

Tore: Fehlanzeige

Gelb-Rot: Riemer (Rödinghausen / 90.+2)

Schiedsrichter: Cengiz Kabalakli (Gelsenkirchen)

Zuschauer: 1235

Elfmeterschießen

 

0:0 – Chato scheitert an Beckemeyer.

0:1 – Heider verwandelt.

1:1 – Seaton verwandelt.

1:1 – Krasniqi scheitert an Albers.

2:1 – Adetula verwandelt.

2:1 – Demaj scheitert an Albers.

2:1 – Bajric scheitert an Beckemeyer.

2:2 – Mensah verwandelt.

3:2 – Wiethaup verwandelt.

3:3 – Elezi verwandelt.

4:3 – Hippe verwandelt.

4:4 – Facklam verwandelt.

4:4 – Corsten scheitert an Beckemeyer.

4:5 – Addai verwandelt.

 

(Bericht: Tobias Wehrmeier I Foto: Noah Wedel)