Die Sportfreunde Lotte mischen in der Regionalliga West weiter ganz oben mit. Durch den 3:1 (2:1)-Gastspielerfolg bei der U21 des SC Paderborn gelang unseren Blau-Weißen nun auch der erste Auswärts-„Dreier“ im neuen Jahr. Das Lübbers-Team kam in der Home Deluxe Arena hervorragend ins Spiel, schlug zweimal jeweils nach eigenem Eckball zu und hatte das Geschehen im ersten Spielabschnitt weitgehend im Griff. Erst ein unglücklicher Foulelfmeter brachte die Hausherren wieder zurück. So hatten es die Gäste nach dem Seitenwechsel mit einem Kontrahenten zu tun, welcher durchaus noch an sich glaubte. Die SFL überstanden einige brenzlige Momente, bis schließlich Samuel Owusu Addai mit seinem ersten Saisontreffer spät zur endgültigen Entscheidung traf.
Auf zwei Positionen veränderte Trainer Lübbers seine Startelf im Vergleich zum 2:0-Heimsieg über Eintracht Hohkeppel. Uli Bapoh sowie Jan Wellers nahmen zunächst auf der Bank Platz, dafür liefen Leonel Brodersen und Kamer Krasniqi von Beginn an auf. Zusätzliche Motivation gab es im Vorfeld ebenfalls! Da der Anpfiff in Paderborn erst um 16:30 Uhr erfolgte, wusste man bereits um den ein oder anderen Ausrutscher der Konkurrenz. Lotte legte schwungvoll los, hatte gleich das Heft in der Hand: Buri Nyuydine zog über links in den Sechzehner und brachte das Leder ins Zentrum. Dort fackelte Marc Heider nicht lange, zielte aber ein Stück zu hoch (8.).
Rund zehn Minuten später belohnten sich die SFL schließlich: nach kurz ausgeführtem Eckstoß schlug Fatlum Elezi den Ball nach innen, Leon Demaj drosch das Spielgerät in Richtung Tor, wo Innenverteidiger Thomas Kok ganz klug auf Heider weiterleitete. Der Angreifer musste aus Nahdistanz nur noch seinen Kopf hinhalten – 1:0 (17.). Längst hatten unsere Sportfreunde das Geschehen an sich gerissen, welche außerdem im Gegenpressing glänzten.
Die jungen Paderborner, letzte Woche noch dem MSV Duisburg wichtige Punkte abgeknüpft, kamen zunächst eher etwas überraschend zu Chancen. Doch diese hatten es durchaus in sich! Marco Pledl kam im Anschluss an Anton Bäuerles Ball plötzlich zur Schuss-Gelegenheit aus aussichtsreicher Lage. Steffen Westphal im Lotter Kasten reagierte aufmerksam (23.). Ebenso wie in der folgenden Szene: diktierte die Lübbers-Elf grundsätzlich klar das Duell, brach Rechtsaußen Joel Vega Zambrano auf einmal vorne durch. Wieder parierte Westphal bärenstark, der nicht zum ersten Mal seine Qualitäten im Eins-Gegen-Eins unter Beweis stellte (30.). Auf der anderen Seite fasste sich Leonel Brodersen einfach mal ein Herz und verfehlte das Ziel nur knapp (31.).
Der nächste Eckball führte schließlich zum nächsten Treffer: erneut kurz ausgeführt, spielte Elezi die Kugel einmal mehr gekonnt ins Zentrum. Dort stand Johannes Sabah goldrichtig und knallte das Ding aber mal ganz entschlossen unter die Latte – 2:0 (33.).
Fortan war sogar mehr möglich! Leon Demaj gewann im Mittelfeld den Ball und schickte Nico Thier auf die Reise. Dieser legte nahezu passend quer für Heider, der allerdings an SCP-Schlussmann Jens Balzukat scheiterte (36.). Trotzdem waren die Weichen ganz klar auf Auswärtssieg gestellt. Zumindest bis fünf Minuten vor der Pause. Buri Nyuydine erwischte Gegenspieler Pledl unglücklich im eigenen Sechzehner – Schiedsrichter Kristijan Rajkovski zögerte kurz, zeigte aber auf den Punkt. Schütze Vega Zambrano schickte Westphal schließlich ins falsche Eck und verkürzte auf 1:2 aus Paderborner Sicht (41.).
Lotte führte zwar verdient nach 45 Minuten, machte sich aber durch einen eher überflüssigen Foulelfmeter das Leben für den zweiten Durchgang selbst etwas schwerer. Tatsächlich kam die von Thomas Bertels trainierte U21 nun besser hinein ins Spiel. Und hätte Kapitän Elezi nach einer aufs Tor gezogenen Flanke von Georg Ermolaev nicht gerade noch auf der Linie gerettet, so wäre die Lotter Führung schon wieder hinfällig gewesen (51.). Marco Pledl schloss wiederum zu zentral ab (53.).
Das erste SFL-Lebenszeichen in Durchgang zwei setzte Leon Demaj. Den ansehnlichen Distanzschuss wehrte Balzukat ebenso stark ab (59.). Ansonsten passierte nicht übermäßig viel, ausgenommen der Tatsache, dass Lotte wahrlich nicht mehr die Kontrolle innehatte wie noch in der ersten Halbzeit. Dennoch setzten die Sportfreunde ihre Nadelstiche: Im schönen Zusammenspiel mit dem eingewechselten Uli Bapoh, bediente Heider den startenden Kamer Krasniqi, dessen Direktabnahme links am Tor vorbei flog (77.). Der Begegnung drohten spannende Schlussminuten…
Sieben Minuten vor dem regulären Ende konnte der Sportfreunde-Anhang dann einmal ganz kräftig durchpusten! Denn Offensivmann Julius Langfeld gehörte die beste Chance auf den Ausgleich. Lediglich hauchdünn rauschte der gefährliche Versuch Langfelds aus etwa etwa zwölf Metern am langen Pfosten vorbei (83.). Lotte investierte nicht mehr viel, war klar verstärkt darauf bedacht, defensiv nichts mehr anbrennen zu lassen. Das letzte Wort hatten unsere Blau-Weißen jedoch trotzdem: Einen langen Schlag von Westphal leitete Marc Heider auf den eingewechselten Samuel Owusu Addai weiter. Der Deutsch-Ghanaer kam am letzten Verteidiger vorbei und traf entschlossen zur Entscheidung – 3:1 (90.+3).
Damit gewinnen die Sportfreunde Lotte zum ersten Mal im neuen Jahr 2025 in der Fremde und schrauben ihr Punktekonto auf 45 Zähler hoch. Bei gleicher Anzahl an Spielen (Duisburg tritt am Sonntag bei Düsseldorf II an) liegt Lotte nun zwei Punkte hinter dem MSV sowie einen hinter Gladbachs Zweitvertretung auf Rang Drei der Tabelle.
SC Paderborn II: Balzukat – Krumme, Böhmer, Flörke – Kojic (80. Koch), Bugenhagen (80. Nadj), Bäuerle, Pledl (61. Zajaczek) – Ermolaev (70. de Jong), Vega Zambrano (70. Gleissner), Langfeld
Sportfreunde Lotte: Westphal – Sabah, Kok, Thaqi – Nyuydine (65. Wellers), Elezi, Krasniqi (80. Fontein), Brodersen (65. Milic) – Demaj (73. Owusu Addai), Thier (73. Bapoh), Heider
Tore: 0:1 Heider (17.), 0:2 Sabah (33.), 1:2 Vega Zambrano (41./Foulelfmeter), 1:3 Owusu Addai (90.+3)
Schiedsrichter: Kristijan Rajkovski (Remscheid)
Zuschauer: 375
Nächstes Spiel: Zuhause (Freitag, 28. Februar, 19:30 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf II.
(Bericht: Tobias Wehrmeier I Foto: Manfred Lindau)