Die Sportfreunde Lotte haben sich am 7. Spieltag der Regionalliga West mit 1:1 (0:0) von der Zweitvertretung des SC Paderborn getrennt. 933 Zuschauer sahen am Freitagabend ein über weite Strecken highlightarmes Duell. So hatte das Lübbers-Team lange arge Probleme mit den gut eingestellten Ostwestfalen. In einem Aufeinandertreffen, das zudem durch viele Verletzungsunterbrechungen noch weiter an Tempo einbüßte, schalteten unsere Blau-Weißen erst Richtung Schlussphase einen Gang höher und egalisierten zumindest noch den zuvor eher überraschenden Rückstand. Einen Sieger gab es am Ende wohl zurecht nicht.
Nach drei Pflichtspielsiegen in Folge tauschte Fabian Lübbers zweifach das Personal. Im Vergleich zum 2:1-Auswärtserfolg beim SC Wiedenbrück starteten diesmal Jonas Kehl und Moussa Doumbouya von Beginn an. Andi Wiegel, wie auch Nazzareno Ciccarelli, zählten nicht zum Spieltags-Kader. Während Doumbouya in vorderster Front die Spitze des Lotter 4-2-3-1 Systems stellte, fing Routinier Marc Heider zunächst auf der Zehnerposition an.
Der erste Durchgang am Freitagabend ist eigentlich recht schnell erzählt. Kaum Chancen, immer wieder kleine oder größere Unterbrechungen und generell kein wirklich hohes Tempo. Hatten die Sportfreunde sich durchaus viel für das Premieren-Flutlicht-Heimspiel der Saison vorgenommen, so machte ein akribischer Gast ihnen immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Paderborn lief Lotte früh an, verhinderte so praktisch direkt nahezu jegliche Gefahr der SFL im letzten Drittel. Wirklich zündende Ideen fehlten dem Lübbers-Team ebenfalls, sodass bis auf einer Halbchance – Kamer Krasniqis aussichtsreicher Versuch wurde gerade noch geblockt – nicht viel zu sehen war (27.). Kurz vor dem Seitenwechsel marschierte Heider nochmal, bediente Leon Demaj, dessen Abschluss aber rechts am Tor vorbei flog (41.). Ein überaus zäher erster Durchgang ging zu Ende.
Das alles dürfte auch SFL-Trainer Lübbers nicht gefallen haben, schließlich bot seine Mannschaft den knapp 1000 Zuschauern im Stadion am Lotter Kreuz kaum Unterhaltungswert. So sollte mit den Hereinnahmen von Diamant Berisha und Isaak Nwachukwu, welche für Luca Horn sowie Moussa Doumbouya das Feld betraten, neuer frischer Wind ins Spiel gebracht werden. Trotzdem waren zunächst eher die Gäste das leicht gefährlichere Team. Keeper Laurenz Beckemeyer konnte vorerst noch retten (52.), doch dann sollte sein Team plötzlich in Rückstand liegen: Bei einem scharf vor den Kasten getretenen Eckball musste der niederländische Angreifer Travis De Jong nur noch seinen Fuß hinhalten – 0:1 (53.).
Das machte die Aufgabe für Lotte selbstverständlich nicht unbedingt leichter, die seit der 27. Spielminute noch immer vorne eher blass blieben. Doch mit dem Gegentreffer schien ab Mitte der zweiten Hälfte ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen! Die Sportfreunde rannten jetzt zumindest mal öfter konsequenter an. Erfolgreich: Diamant Berisha legte den Ball von links nach innen, wo SCP-Innenverteidiger Kevin Krumme den ebenso wie Berisha eingewechselten Nwachukwu von den Beinen holte. Elfmeter für Lotte! Leon Demaj stellte sich auch dieses Mal der Verantwortung und traf sicher unten links – 1:1 (67.).
Die Schlussphase gehörte nun unseren Blau-Weißen, allen voran Leon Demaj: Der bislang mit acht Treffern beste SFL-Torschütze scheiterte erst an Torwart Florian Pruhs (81.), dann leitete Heider einen weiten Ball Franko Uzelac’s ganz gekonnt weiter, doch Demaj setzte seinen Abschluss hauchdünn links vorbei (84.). Wieder nur wenig später erreichte Demaj’s Zuspiel den einschussbereiten Berisha im Zentrum nicht (86.).
Das war’s. Für mehr als ein 1:1 sollte es am Freitagabend unter Flutlicht-Bedingungen nicht reichen. Zwar gehörten den Sportfreunden insgesamt die Mehrzahl an Hochkarätern, die jedoch über eine Stunde große Probleme hatten, dem jungen Paderborner Nachwuchs wirklich gefährlich zu werden. Da die SFL schlussendlich zu spät wirklich zwingend wurden, scheint das Remis am Ende des Tages in Ordnung zu gehen.
Sportfreunde Lotte: Beckemeyer – Riemer (60. Kerkemeyer), Rüth, Uzelac, Kehl – Klefisch (78. Bajric), Krasniqi – Horn (46. Berisha), Heider, Demaj – Doumbouya (46. Nwachukwu)
SC Paderborn II: Pruhs – Yalcin, Krumme, Böhmer (84. Bugenhagen) – Kojic, Mohr, Flörke – Ermolaev, Bröger (67. Ritter), De Jong (75. Koch), Gleissner (84. Vega Zambrano)
Tore: 0:1 De Jong (53.), 1:1 Demaj (67./Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Lea Bramkamp (Hattingen)
Zuschauer: 933
Nächstes Spiel: Auswärts (Mi, 17. September, 19:30 Uhr) bei den Sportfreunden Siegen.
(Bericht: Tobias Wehrmeier I Foto: Mario Gerken)