Volle Lotte! Denn du bist mein Verein.

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0:2-Heimniederlage! SFL bekommen Wiedenbrück nicht geknackt

Das war zu wenig. In einem lange highlightarmen Duell mussten sich die Sportfreunde Lotte dem abstiegsbedrohten SC Wiedenbrück am Ende mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. Dabei fehlte unseren Blau-Weißen abgesehen von vereinzelten Ausnahmen jegliche Kreativität, um den Gast aus Ostwestfalen vor wirklich ernste Probleme zu stellen. Wiedenbrück verteidigte sehr eng, wirkte insgesamt wacher und setzte letztlich entscheidende Nadelstiche. Zudem vergab Marc Heider die streng genommen einzig echte, dafür aber hundertprozentige Gelegenheit. Lotte ist damit seit nunmehr vier Partien sieglos.

Kaum Lösungen gegen einen unangenehmen Gast

Nach der eindrucksvollen zweiten Halbzeit im letzten Gastspiel bei Fortuna Köln (1:1), sah Sportfreunde-Trainer Fabian Lübbers keine großen Gründe für eine drastische Rotation. Lediglich der gelbgesperrte Kapitän Fatlum Elezi musste am Samstagnachmittag passen. Für ihn rückte Nico Thier zurück in die Startelf. Das Aufeinandertreffen mit dem Tabellenvorletzten, der seit Januar von Ex-Bundesligaprofi Sascha Mölders trainiert wird, stellte die 834 Zuschauer im Stadion am Lotter Kreuz lange vor eine echte Geduldsprobe. Die Ostwestfalen schienen von ihrem prominenten Coach exzellent eingestellt und ließen Lotte von Beginn an nur schwerlich ins Spiel kommen.

Etwas mehr als zehn Minuten waren gespielt, da tankte sich Angreifer Marc Heider zumindest mal bis zur Grundlinie durch. Heiders Zuspiel nach innen fand jedoch keinen geeigneten Abnehmer (11.). Doch unseren Blau-Weißen fehlte es überwiegend an Handlungsschnelligkeit und zündenden Ideen gegen den heute unangenehm zu bespielenden Gast. Der gegen Mitte des ersten Durchgangs mit der ein oder anderen ordentlichen Balleroberung glänzen konnte: Niklas Szeleschus spritzte im Mittelfeld einfach mal dazwischen und trieb den Ball nach vorn. Seinen Abschluss setzte dieser aber über den Kasten (22.).

Wiedenbrück wird stärker – SFL versprühen keine Gefahr

In der Tat erspielte sich der SCW nach und nach sogar ein leichtes Übergewicht und machte tendenziell den etwas gefährlicheren Eindruck. Echte Hochkaräter waren dennoch auf beiden Seiten Mangelware. Wiedenbrücks Vigo Wernet schloss vor dem Sechzehner einfach mal ab, welcher ein Stück rechts vorbei zielte (29.). Die Sportfreunde waren bemüht und immer wieder auf der Suche nach Lösungen, beeindruckten den Gast aber schlichtweg nicht. Unweit dem Pausenpfiff lag das Leder dann sogar plötzlich im Lotter Tor. SFL-Keeper Steffen Westphal ließ einen Freistoß aus der Entfernung von Timo Spennesberger nur abklatschen, sodass der Ex-Lotter Luis Allmeroth bloß noch abstauben musste. Letzterer befand sich allerdings in Abseitsposition. Glück für Lotte (43.).

Es ging torlos in die Kabinen. Während unsere Blau-Weißen wieder einmal eine kräftige Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt benötigten, dürfte der Matchplan von Sascha Mölders wohl voll aufgegangen sein. Die Sportfreunde kamen nicht zu zwingenden Tormöglichkeiten und Wiedenbrück wirkte immer mal wieder für eine überraschende Situation gut.

Lübbers reagierte per Doppelwechsel: Nico Lübke sowie Philip Fontein ersetzten Thomas Kok und Uli Bapoh. So wirklich besser wurde es aber erstmal nicht. Im Gegenteil: Auf einmal war Timo Spennesberger auf und davon, erkämpfte gegen Nico Thier den Ball, marschierte dann durch den gesamten Lotter Defensivverbund und umkurvte zusätzlich noch Westphal. Im Zentrum verpasste Jan-Lukas Liehr nur knapp (51.).

SCW-Trainer Mölders hat das richtige Händchen – Heider vergibt unglücklich

Nur Sekunden später war es dann passiert: Der eingewechselte Benjamin Friesen bediente den ebenfalls frischen Sebastian Mai, der den Ball aus kurzer Distanz bloß noch über die Linie drücken musste – 0:1 (52.). Es blieb dabei – Lotte tat sich unfassbar schwer dabei, ernsthaft zwingend zu werden. Wiedenbrück blieb das gefährlichere Team: Spennesberger probierte es am Strafraum direkt. Kein Problem für Westphal (58.). Und dann war sie plötzlich da… Die hundert, vielleicht gar tausendprozentige Chance für Marc Heider! Kamer Krasniqi steckte für Samuel Addai durch, welcher mustergültig in die Mitte gab. Die Kugel setzte kurz vor Heider nochmal unvorteilhaft auf, sodass dieser das Spielgerät unglücklich erwischte und – trotz nahezu verwaistem Gehäuse – über das Tor drosch (65.).

Die SFL machten jetzt Druck, für den zweiten Treffer des Tages sorgten aber wieder die Gäste: Mai bediente Liehr, dieser drehte sich ein, zweimal um Nico Lübke und schob dann eiskalt ins lange Eck ein – 0:2 (70.). Kurz darauf verpasste Spennesberger sogar noch das mögliche 0:3 (76.). Es zog sich quasi durch das ganze Spiel: Wiedenbrück machte den aufgeweckteren Eindruck. Marc Heider hatte den Ausgleich für die Sportfreunde bekanntlich unglücklich liegen gelassen, auch Leon Demaj (77./86.) traf nicht. An so einem Tag reicht es schlussendlich nicht mal für einen Treffer.

Die Sportfreunde Lotte unterliegen dem SCW mit 0:2, bleiben damit zum vierten Mal in Folge sieglos und behalten im Kampf um die DFB-Pokal-Teilnahme einen Punkt Vorsprung auf den FC Gütersloh sowie drei auf den SV Rödinghausen.

Statistiken zur Begegnung

Sportfreunde Lotte: Westphal – Thaqi, Kok (46. Lübke), Mensah – Nyuydine (62. Owusu Addai), Bapoh (46. Fontein), Krasniqi (75. Facklam), Brodersen – Demaj, Thier (62. Holzweiler) – Heider

SC Wiedenbrück: Hölscher – Allmeroth, Ali, Kerkemeyer, Stabenau (90. Aslan) – Udelhoven, Liehr, Wernet (73. Flock), Spennesberger (90. Kaptan) – Tuma (21. Friesen), Szeleschus (46. Mai)

 

Tore: 0:1 Mai (52.), 0:2 Liehr (70.)

Schiedsrichter: Alexander Ernst (Schwerte)

Zuschauer: 834

Nächstes Spiel: Auswärts (Samstag, 29. März, 14 Uhr) bei der U23 von Schalke 04.

 

(Bericht: Tobias Wehrmeier I Foto: Rolf Grundke)